Am 2. und 3. Februar haben wir am Königin-Charlotte-Gymnasium wieder gemeinsam das getan, was unsere Schule auszeichnet: Wir haben sie als Schulgemeinschaft weiterentwickelt. Über 800 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte haben sich aktiv eingebracht, Lernprozesse reflektiert, Perspektiven ausgetauscht und konkrete Impulse für die nächsten Entwicklungsschritte erarbeitet.
Im Zentrum stand dabei die Idee der partizipativen Schulentwicklung: Schule wird nicht für Lernende gestaltet, sondern mit ihnen. Grundlage bildeten aktuelle Erkenntnisse der empirischen Bildungsforschung sowie die didaktischen Leitlinien unseres Konzepts „Tiefer Lernen“. Parallel zu den gemeinsamen Arbeitsphasen fanden für Lehrkräfte Fortbildungen zu aktuellen Entwicklungen im Bereich digitaler Endgeräte und Künstlicher Intelligenz statt, während die Schülerinnen und Schüler sich unter anderem mit Demokratiekompetenz, Medienprävention, digitalen Werkzeugen und Zukunftsfragen beschäftigten.
Eine zentrale Phase der beiden Tage war die strukturierte Reflexion der einzelnen Fächer aus Sicht der Lernenden. Zur Vorbereitung erhielten alle Schülerinnen und Schüler einen gemeinsamen Input zu zentralen Erkenntnissen darüber, wie Lernen gelingt. Auf dieser Grundlage konnten sie fundierte Leitfragen für die Evaluation ihrer Fächer ableiten und ihre Rückmeldungen reflektiert und zielgerichtet gestalten. Anschließend evaluierte jede Schülerin und jeder Schüler zunächst individuell die eigenen Lernprozesse, bevor die Ergebnisse in den Lerngruppen zusammengeführt und weiter vertieft wurden.
Mit engagierter Unterstützung der Jahrgangsstufen 1 und 2 arbeiteten die Gruppen dabei über weite Strecken eigenständig und sehr verantwortungsbewusst. In einem nächsten Schritt wurden die Ergebnisse in fachspezifischen Expertengruppen gebündelt. Schülerinnen und Schüler aus diesen Gruppen eröffneten am Nachmittag des ersten Tages die Fachschaftssitzungen und gaben dort wichtige Einblicke in die Wahrnehmung der jeweiligen Fächer aus Lernendensicht. Im Fokus standen dabei vor allem Lernbooster und Lernhindernisse, die anschließend von den Fachschaften aufgegriffen, eingeordnet und in konkrete Entwicklungsschritte übersetzt wurden. Diese Arbeit wurde am zweiten Tag fortgesetzt.
Zum Abschluss wurden die zentralen Ergebnisse der Fachschaften zusammengeführt, Parallelen sichtbar gemacht und gemeinsame Schwerpunkte für die kommenden Monate herausgearbeitet. Jede Fachschaft formulierte dafür einen eigenen Beitrag, der als Teil eines großen gemeinsamen Gesamtbildes sichtbar wurde: Aus den einzelnen Perspektiven entstand ein Puzzle, das die nächsten Entwicklungsschritte der Schule als Ganzes abbildet. Dieses Puzzle hat inzwischen einen festen Platz im Schulgebäude und erinnert im Alltag daran, dass Schulentwicklung eine gemeinsame Aufgabe ist, die von vielen getragen wird.

Die Pädagogischen Tage waren damit nicht als Einzelereignis gedacht, sondern als Impuls in einem fortlaufenden Prozess. Die erarbeiteten Ideen und Schwerpunkte fließen nun in die weitere Arbeit der Fachschaften, der Arbeitsgruppe Schulentwicklung und verschiedener Projektgruppen ein. Mit Formaten wie dem Lesson Lab, in dem konkrete Unterrichtsbeispiele vorgestellt, diskutiert und weiterentwickelt werden, wird die gemeinsame Weiterarbeit unmittelbar fortgesetzt.
So arbeiten wir weiter Schritt für Schritt an unserer Entwicklungskultur, die auf Struktur, Forschung, Mitverantwortung und Vertrauen basiert – und in der Schülerinnen und Schüler wie Lehrkräfte und Eltern Schule aktiv mitgestalten.

